Gastartikel: Englische Bewerbungsunterlagen – Wie gestalte ich sie richtig?

Der erste Gastartikel auf WeWillWork ist von Christian Lindenthaler, Marketing Manager bei Studentjob. In diesem Artikel beschreibt er die DO’s & DON’Ts der englischen Bewerbungsunterlagen. 

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Du findest keinen passenden Job, die Stellenausschreibungen sind nicht attraktiv und die Motivation, jeden Tag aufs neue die Online-Jobbörsen abzuklappern sinkt stetig. Doch vielleicht bist du selbst in gewisser Weise ein Filter, indem du bisher nur in deiner Umgebung gesucht hast. Vielleicht solltest du deinen Suchradius einfach mal auf ganz Europa ausweiten?

Unternehmen bevorzugen immer öfter Bewerber mit internationalen Arbeitserfahrungen und es wird auch immer üblicher seine Fähigkeiten im Ausland zu verbessern. Hier gibt es verschiedene Jobarten, je nach Zeitraum und Vorkenntnissen. Die gängigsten Modelle sind das Praktikum, ein befristetes oder ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Das Praktikum eignet sich besonders gut, wenn man in ein neues Berufsfeld eintauchen möchte oder sich umorientieren will, da sich die Arbeitgeber darüber bewusst sind, dass Praktikanten nicht so viele Vorkenntnisse haben. Auch befristete Arbeitsverhältnisse über einige Monate werden immer beliebter und geben dir die Chance in eine Arbeitskultur außerhalb Österreichs einzutauchen.

Doch egal welche Art von Job im Ausland du anstrebst, eines bleibt für alle gleich: Die Bewerbung.

Und diese muss in fast allen internationalen Unternehmen in Englisch eingereicht werden, da es die weltweite Businesssprache Nummer 1 ist. Die meisten global tätigen Unternehmen pflegen Englisch als Firmensprache, auch wenn es nicht die Nationalsprache des jeweiligen Landes ist.

Doch beim Verfassen von Englischen Bewerbungen müssen viele Dinge beachtet werden und es gelten andere Regeln als für Bewerbungen in Deutsch. Da die Konkurrenz aufgrund der Reichweite von international ausgeschriebenen Stellen auch meistens größer ist als bei lokalen Ausschreibungen, ist es umso wichtiger, bereits mit den Bewerbungsunterlagen beim Personaler zu punkten und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das Hauptziel der Bewerbung ist ja die Einladung zum Vorstellungsgespräch, bei dem du dann persönlich mit deinen Stärken punkten und überzeugen kannst.

Hier sind die wichtigsten Dinge aufgelistet, auf die du bei englischen Bewerbungen achten musst um die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch zu maximieren:

Viele internationale Unternehmen verlangen im ersten Schritt nur CV und Cover Letter. Nach erster Durchschau und Aussortierung werden dann Zeugnisse und Referenzen verlangt, Vorstellungsgespräche vereinbart oder Assessment Center geplant. Darum sind der CV und der Cover Letter von so großer Bedeutung – diese beiden Dokumente sind die Eintrittskarte zum Jobinterview.

Cover Letter:

Besonders für den Cover Letter sollte viel Zeit investiert werden, da dieser vom Personaler meistens noch vor dem CV angesehen wird.

Im Cover Letter werden Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen erklärt und beschrieben.  Hier kannst du detailliert beschreiben, warum du genau der oder die richtige für den Job bist und inwiefern du dich von deinen Mitbewerbern unterscheidest. Um deinen Cover Letter perfekt auf den angestrebten Job maßschneidern zu können, lies dir die Jobbeschreibung und die darin geforderten Qualifikationen sorgfältig durch. Gehe auf diese Qualifikationen in deiner Bewerbung ein indem du von deinen Erfahrungen und daraus gewonnenen Fähigkeiten erzählst.

Sammle auch im Vorfeld Informationen über das Unternehmen und der Abteilung, für die du dich bewirbst und binde verbinde diese Informationen mit deinen Qualifikationen.

Schriftform:

Die Schriftart ist sehr wichtig. Wenn der Personaler Schwierigkeiten hat, deinen Lebenslauf zu lesen, hat dies mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Auswirkungen auf deinen weiteren Bewerbungsverlauf. Am besten eignen sich einfache, serifenlose Schriftarten wie Times New Roman, Arial, Calibri, oder ähnliche.

Die Schriftgröße sollte zwischen 10pt und 12pt sein, je nach Formatierung und Design des CVs.

Gliederung:

Der Textteil des Cover Letters sollte aus drei (maximal vier) Absätzen bestehen und auf keinen Fall länger als eine Seite sein.

Überschrift:

Ganz oben sollten deine Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer, Mailadresse) und danach die Kontaktdaten des Unternehmens stehen (wie in einem Brief).

Begrüßung:

Immer personalisierte Anrede, wie z.B.: „Dear Mr. Last Name“ oder „Dear Ms. Last Name“.

Einleitung:

Beginne die Einleitung immer mit allgemeinen Informationen und der Beantwortung von den altbekannten W-Fragen. Wer bist du? Für welchen Job bewirbst du dich? Wie hast du von der Stellenausschreibung erfahren (Medium und Datum der Veröffentlichung erwähnen)? Wann würdest du das Arbeitsverhältnis gerne aufnehmen? Beschreibe auch hier bereits kurz deine Fähigkeiten, die zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle passen.

Hauptteil:

Erkläre hier in einem oder zwei Paragraphen, warum du dich für den Job interessierst und warum du für den Job so gut geeignet bist. Erläutere hier die spezifische Fähigkeiten aus der Jobbeschreibung und erkläre inwiefern du die Ansprüche erfüllst. Verwende eine aktive Sprache mit ausdrucksvollen Beschreibungen, zum Beispiel excellent statt good. Achte hier darauf, dass du nicht einfach deinen CV umformulierst, sondern erwähne spezifische Beispiele, welche deine Fähigkeiten beschreiben.

Schluss:

Erkläre im Schlussteil, was du dem Arbeitgeber bieten kannst und wie das Unternehmen von deinen Fähigkeiten profitieren kann. Erwähne auch, dass du dich auf ein Vorstellungsgespräch freuen würdest um weitere Aspekte zu diskutieren. Erwähne hier auch unbedingt deine Verfügbarkeit, also ab wann und gegebenenfalls wie lange du für den Job verfügbar bist. Bedanke dich am Ende, dass sich der Personaler die Zeit genommen hat, deinen Cover Letter in Betracht zu ziehen.

Signatur:

Verwende eine höfliche, formale Verabschiedung, zum Beispiel „Best“, „Best regards“, „Best wishes“, etc. folgend von einer handschriftlichen Unterschrift. Darunter dein getippter Name.

Wenn du deine Textbausteine fertig hast, kannst du verschiedene Websites nutzen, die das Design und das Formatieren für dich übernehmen.

Curriculum Vitae:

Schriftform:

Hier gelten dieselben Bestimmungen wie für den Cover Letter. Verwende in beiden Dokumenten unbedingt immer dieselbe Schriftform, Schriftgröße, dieselben Farben und das gleiche Design.

Gliederung:

Der CV sollte eher in tabellarischer Form angefertigt werden, aber nicht zu steif. Das Design ist ein entscheidender Faktor (auch übereinstimmend mit dem Cover Letter). Er sollte mindestens 2 Seiten lang sein, kann aber je nach Arbeitserfahrung auch länger sein.

Überschrift:

Der Lebenslauf wird im englischen „Curriculum Vitae (kurz: CV) genannt. Es macht auch Sinn, dies als Überschrift für deinen Lebenslauf zu wählen.

Foto:

Um Diskriminierung vorzubeugen ist es offiziell ist nicht mehr zwingend, dem CV ein Foto von dir hinzuzufügen. Inoffiziell hingegen legen aber viele Unternehmen trotzdem Wert auf ein Foto, da der Mensch das unbewusste Bedürfnis hat, sich durch Bilder einen Eindruck über Dinge und Personen zu verschaffen. Es liegt also ganz in deinem Ermessen, ob du ein Foto hinzufügst oder nicht.

Aufbau und Inhalt:

Am Anfang des Curriculum Vitae sollten die Kontaktdetails (Name, Adresse, Telefon und Mailadresse) stehen. Alter, Geburtsdaten und dein Geschlecht sind nicht zwingend notwendig, wohingegen Familienstand, Religion, Namen von Eltern, Kindern oder Geschwistern nichts mehr im CV verloren haben.

Schulbildung: Beginne mit der jüngst erworbenen Ausbildung (z.B. Studium), danach vorangegangene Ausbildungen chronologisch aufgezählt. Alles was vor einer höherbildenden Schule (HTL, HAK, etc.) passiert ist, ist nicht relevant. Gib die Schulinformationen immer mit den jeweiligen Zeiträumen (von wann bis wann) und dem erworbenen Abschluss mit Note an.

Solltest du bereits einen akademischen Abschluss haben, erwähne auch dein Thema der Abschlussarbeit und fasse deine Ausarbeitung in 1-2 Sätze zusammen. Das Thema könnte deinen zukünftigen Arbeitgeber interessieren und deine Chancen erhöhen.

Arbeitserfahrung: Name der Firma, Standort, Land, Position, Zeitraum. Die wichtigsten Aufgabenbereiche wieder in bullet points auflisten.

Skills: Kurzer Text, indem du deine wichtigsten Fähigkeiten und Skills aufzählst, z.B. Sprachfähigkeiten (in den internationalen Standards: C1, C2, B1, B2, A1, A2) oder Computerfähigkeiten (Programme, Office, etc.). Halte diesen Teil kurz, da du deine Fähigkeiten und Kompetenzen im Cover Letter ausführlicher beschrieben hast. Aber vorsichtig: Der CV sollte deinen Cover Letter komplementieren und nicht wiederholen!

Referenzen müssen nicht angegeben werden. Diese sollten in einem separaten Dokument gesammelt und lediglich auf Anfrage an das Unternehmen verschickt werden.

Weitere Tipps für deinen englischen CV:

  1. Weise im Lebenslauf besonders auf deine abgeschlossenen Projekte, Studien, Arbeiten etc. hin.
  2. Denke individualisiert und relevant. Welche Fähigkeiten und Qualifikationen könnte der Personaler für diese Stelle suchen (außer den Anforderungen aus der Jobbeschreibung)? Was wird verlangt?
  3. Personalisiere deine Bewerbung, auch wenn deine Erfahrung nicht zu 100% mit der ausgeschriebenen Stelle übereinstimmt. Weise besonders auf deine Soft Skills und Fähigkeiten hin, die für den Job relevant sind.

Hier gibt es noch weitere allgemeine Tipps für die englische Bewerbung.

 

Wenn du deinen Text entworfen und erstellt hast, kannst du mit verschiedenen Websites deinen englischen CV online designen, speichern oder ausdrucken.

Was du vermeiden solltest

  • Verwende keine Abkürzungen in den Bewerbungsunterlagen (zum Beispiel f.e., & statt and, etc.)
  • Nicht wortwörtlich übersetzen – dies kann den Eindruck erwecken, dass du entweder zu faul warst oder einfach nicht in der Lage bist um in richtigem Englisch zu schreiben.

Was bei englischen und deutschen Bewerbungen gleich bleibt

Verwende für alle deine Bewerbungsunterlagen das gleiche Design, die gleiche Schriftart, Schriftgröße, gleiches Format für Überschriften und Unter-Überschriften. Die Unterlagen müssen zusammenpassen.

Finde unbedingt einen Ansprechpartner in deiner Bewerbung! Das altbekannte „Dear Sir or Madame“ hat in deiner Bewerbung nichts verloren. Wenn in der Stellenausschreibung keine Kontaktperson angegeben ist, kannst du auch beim Unternehmen anrufen und einfach nach dem Namen fragen (siehe auch den Punkt „Begrüßung“ im Kapitel „Cover Letter“). Dies bekundet bereits erstes Interesse und du sammelst möglicherweise bereits dadurch erste Pluspunkte.

Kontrolliere die Unterlagen vor dem Absenden lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Die durchschnittliche, wissenschaftlich erhobene Fehlertoleranz von Personalverantwortlichen in Bewerbungsunterlagen liegt bei max. 2 Rechtschreib- oder Grammatikfehler in Europa (in Asien liegt der Durchschnitt sogar bei 1,3 Fehlern).

Wenn du diese Regeln und Tipps bei der Erstellung deiner englische Bewerbung beachtest, steht deinem Karrierestart im Ausland nichts mehr im Weg!

Viel Glück!

Liebe Grüße,

Dein Christian

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Hast Du noch weitere Fragen über die englischen Bewerbungsunterlagen an Christian?

Hinterlasse sie hier in den Kommentaren, und er wird sie Dir herzlich gerne beantworten!

About the Author:

Christian Lindenthaler, wohnt in Salzburg/Österreich und studiert Wirtschaftspsychologie im 4. Semester. Seit Jänner Online-Marketeer bei der YoungCapital B.V. in Hoofddorp/Amsterdam. Hat mit 15 die Schule abgebrochen, eine Lehre gemacht, danach die Matura nachgeholt und ist jetzt auf dem Weg zum Bachelor.

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