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10 Ausgaben von „Du willst also meinen Job?“, wer hätte sich das gedacht?

Liest Du einen „Du willst also meinen Job?„-Artikel zum ersten Mal:

Du befindest Dich hier in einer Interviewserie mit Angestellten, Selbsständigen und Unternehmern, die alle eine große Gemeinsamkeit haben – Sie lieben das, was sie tun.

Jeden Tag stehen sie auf, und freuen sich auf ihren Job.

Sie leben ihre Leidenschaft.

Diese Artikelserie richtet sich an die unter euch, die bevor ihrer Arbeitslosigkeit bereits mit ihrem letzten Job unzufrieden waren. Die, die bemerkt haben, dass es Zeit für eine Umorientierung ist. Zeit für einen Karrierewechsel.

Mit „Du willst also meinen Job?“ hast Du die Chance, zu sehen wie das Leben in einem für Dich interessanten Job aussehen kann.

Im heutigen Interview merkt ihr es sicher, dass ich bei den Fragen ein bisschen Fanboy’d habe 😀

Zum großen 10er der Interviewreihe habe ich nämlich das ganz besondere Vergnügen, einen persönlichen Held zu interviewen: Mars Dorian.

Mars ist ein selbständiger Illustrator, wohnhaft in Berlin und hat die Cover einiger meiner Lieblingspodcasts und Bücher angefertigt.

Seit 2014 ist er auch abseits seiner Tätigkeit des illustrierens vom Schreibfieber gepackt, und hat in Rekordzeit drei großartige, englischsprachige Sci-Fi Romane auf Amazon über Eigenverlag veröffentlicht (lies sie unbedingt, sie sind WIRKLICH großartig!).

Du willst also meinen Job? #10 – Illustrator, mit Mars Dorian

Was macht ein Illustrator eigentlich?

Ich fertige digitale Illustrationen für Klienten aus aller Welt an, z.B. für Bücher, Webseiten, Podcasts und Slideshows. Es ist ein Freelancer Business, ich werde also für meine Zeit bezahlt.

Wie lange bist du schon als Illustrator tätig?

Ungefähr 5 Jahre, seitdem ich mein Grafiktablet „geheiratet“ habe.

Hast Du einen anderen Job davor gemacht?

Vor meiner Illustrator-Karriere hatte ich erst mein Abi gemacht und bin dann um die Welt gereist.

Wie viel musst du für deinen jetzigen Job reisen?

Überhaupt nicht. 99% meiner Klienten kommen aus Nord Amerika, aber dank des heiligen Internets brauch ich nur einen Computer und Internetanschluss.

Arbeitest Du von Zuhause aus, oder bist Du in einem Coworking Space?

Ich habe mal Co-Working probiert, fand das aber zu Büro-mäßg.

Ich höre gern Musik und bewege mich oft zwischen Arbeits-Sessions, betreibe quasi Mini-Sport, und da fühle ich mich alleine einfach wohler.

Wie sieht dein Arbeitstag aus?

Ich sitze die meiste Zeit natürlich vorm Computer. Am Morgen werden Finanzen und Technikkram geklärt, ab Mittag kümmere ich mich dann um die Klientenarbeit. Das heißt ich werkele an meinen Grafiktablet herum and glubsche meinen iMac an, um zu sehen, was ich da so fabriziere.

Zwischendurch, quasi als ‚Snack‘, schreibe ich auch Artikel.

Entweder für meinen Blog oder als Auftragsarbeit für andere.

Schreiben und Zeichnen bestimmt mein Tagesablauf.

Hast Du Dich bewusst so sehr auf Kunden aus Nord Amerika spezifiziert, oder hat sich das einfach ergeben?

Da ich meine Website von Anfang an auf Englisch geführt habe, hat sich das so ergeben. Meine ersten, digitalen Bilder habe ich einfach auf meinem Blog, Facebook und Twitter gezeigt, aber immer mit Englischen captions.

Anscheinend hatten sich hauptsächlich nur Nordamerikaner angesprochen gefühlt.

Ich muss aber auch sagen, dass es einfach der größte Markt für illustrative Kunst ist.

Lässt Du Dich als Freelancer einen Fix-Betrag pro Projekt bezahlen, oder gehst Du von einem gewissen Stundenlohn pro Auftrag aus?

Ich mache immer einen Fix-Betrag aus, da ich unterschiedlich schnell arbeite. Außerdem verlange ich immer 50% des Gesamtbetrages vorab, quasi als Absicherung, um zu sehen ob der Kunde es ernst meint.

Es gibt einfach ein paar asoziale Leute da draußen, die geben Projekte in Auftrag und bezahlen dann einfach nicht.

Das ist mir einmal passiert und dann nieeee wieder:)

Woran hast du in deinem Beruf gearbeitet, worauf du stolz bist?

Puh, schwer zu sagen. Ich liebe es, wenn mein Artwork Leute nicht nur erreicht, sondern auch berührt. Das beste Gefühl ist es, durch seine Arbeit das Leben eines anderen Menschen bereichert zu haben.

Wenn jemand in dein Berufsbild wechseln möchte, welche Fähigkeiten sollte die Person mitbringen?

Man sollte ein Generalist mit einer Spezialisierung sein. Soll heißen: Grundlegende Website-Verständnisse wie HTML, CSS, Traffic-Generierung, SEO, und professionelles Netzwerken sollte man sich so oder so aneignen.

Die Spezialisierung ist dann als Illustrator natürlich die (digitale) Zeichnerei bzw. Malerei.

Wird ein gewisser Bildungsgrad für deinen Job vorausgesetzt?

Ich habe mir durch das Internet alles selber beigebracht, indem ich wie ein super-impulsiver Schwamm sehr viele Tutorials über Website-Gestaltung, Online Marketing und Digitales Zeichnen aufgesogen habe.

Jede Karriere, für die man hauptsächlich das Internet benutzt, kann man auch hauptsächlich durch das Internet erlernen.

Gibt es irgendwas worauf der Interessierte bei der Wahl deines Berufsbilds achten sollte?

Man sollte überprüfen, ob man für den Lifestyle geschaffen ist.

Viele hören nur das Designer bzw. Illustrator-label und denken, boah, hört sich cool an.

Finanziell ist es oft eine Achterbahnfahrt. Ungewissheit verfolgt dich wie Peter Pan’s Schatten.

Manchmal hat man weniger Arbeit, und manchmal so viel dass man für Wochen mal nicht seine Freunde oder Familie sieht.

Deshalb: Sich selbst fragen, ob der Beruf der Persönlichkeit entspricht. Wer Risiko mag, kreativ ist, ehrgeizig ist, und viel designt bzw. zeichnet, ist hier vielleicht richtig.

Warum hast du dich für dieses Berufsbild entschieden?

Ich LIEBE das Gestalten. Genauso, alleine vorm Computer zu arbeiten.

Gib mir Musik und meine Grafik-Programme, und ich schwebe irgendwo zwischen Bliss und Limbo.

Außerdem kann ich mir den Tag so zurechtbiegen, wie ich will, und muss nicht irgendeinen inkompetenten Chef katzbuckeln.

Wie hast Du Deine Liebe für die Kunst entdeckt?

Als ich 7 Jahre alt war, war ich mit meinen Eltern auf Urlaub an der Ostsee. In einem Supermarkt nahe der Promenade schlenderte ich als Ice-Cream-Süchtiger zum Eisfach, aber dann hat mich ein Stand mit bunten Magazinen abgelenkt.

Dort fand ich die erste Comic-Ausgabe von Ghostbusters, die mich in den visuellen Bann sog.

Meine Mutter stellte mir ein Ultimatum: „Comic oder Eis?„.

Mit diesem Job hast Du klar Deine Berufung gefunden – Wusstest Du schon in der Jugend, dass Du genau das machen willst?

Als Jugendlicher habe ich für die Schülerzeitung, und andere, kleinere Magazine schon Cartoons gezeichnet.

Zu der Zeit wollte ich noch Comiczeichner werden, habe aber später festgestellt, dass ich lieber Einzelbilder illustriere, als mit Bildern ganze Geschichten zu erzählen.

Was magst du an deinem Job am liebsten?

Die Möglichkeit alles zu gestalten, vom Tag bis hin zur Zeichnung, wie ich will. Maximales Risiko, aber auch maximale Freiheit.

Was war das Außergewöhnlichste, was du in deinem Job erlebt hast?

Ich habe mal für einen Klienten eine comichafte Portrait-Kollektion designed. Die riesigen Bilder hingen dann bei dem Kundenevent in Los Angeles, wo ein paar der portraitierten Redner in Tränen ausbrachen, weil denen meine Bilder so zusagten.

Die haben mir dann halbe Liebesbriefe geschrieben. Mit manchen Rednern bin ich heute noch befreundet, was einmal mehr die Macht von Artworks zeigt.

Danke für das extrem spannende Interview, Mars!

Lass Mars wissen, dass Du das Interview gelesen hast, indem Du ihm auf twitter eine Nachricht hinterlässt!

Wenn Du hier klickst, kannst Du Dir übrigens Kostproben seiner Bücher anschauen, und wenn sie Dir gefallen auch gleich kaufen :)!

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Du zahlst dafür nichts extra. 

-Daniel

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About the Author:

Zwischen 2008 - 2015 gesamt drei Jahre arbeitslos gewesen. Zweifacher Auslandsösterreicher, arbeite momentan für Apple. 69 KG abgenommen, erweitere autodidaktisch ständig mein Wissen. Folge mir auf facebook: http://www.facebook.com/wewillworkat oder auf twitter: http://www.twitter.com/dmulec

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