Die Vergessene Superkraft der Langzeitarbeitslosen

  • stehaufmannderln

Wieder kam eine direkte Absage auf deine schriftliche Bewerbung herein.

Drei Tage nach dem letzten Vorstellungsgespräch kam der Anruf mit der Info, dass man sich für jemand anders entschieden hat, dir aber alles Gute wünscht.

Egal, du meditierst & machst Sport zum Streßabbau und beginnst dann die nächste Bewerbung, denn wie du weißt endet die Arbeitslosigkeit nicht von alleine.

Diese Fähigkeit, sich nach einer Niederlage wie einer Absage wieder aufzurichten und weiter zu machen ist eine Fähigkeit, die in der heutigen Gesellschaft mehr denn je gefragt ist. Niemand kultiviert dieses können mehr als der Langzeitarbeitslose.

Heute geht es um die Resilienz.

Resilienz lässt sich in zwei verschiedene Definitionen unterteilen.

Was ist Resilienz?

Zum einen versteht man unter Resilienz die Eigenschaft, dass man nach einem Fehlschlag einfach weiter macht. Man akzeptiert ihn, man nimmt ihn hin, eventuell schmollt man auch eine Weile darüber. Es ist aber nach einer gewissen Zeit damit Schluss, darüber nachzudenken und man macht wieder mit einer positiven Einstellung weiter.

Resilienz ist die mentale Widerstandsfähigkeit, trotz Krisen positiv zu bleiben. Es bedeutet nicht, dass man wenn man resilienter ist im Fall einer Absage oder sonstigen Krise alles genauso super toll wie vor dem Vorfall war ist, aber dass man daraus lernt.

Man kann sagen, wer resilient ist ist ein sprichwörtliches Stehaufmännchen.

Arbeitslosigkeit ist ein tägliches Resilienztraining

Es ist irrsinnig anstrengend, ständig den Belastungen der Arbeitslosigkeit ausgesetzt zu sein.

Es ist als spielt die Wirtschaft Katz und Maus mit dir.

Mal erhältst Du Einladungen zu Bewerbungsgesprächen, ein anderes Mal erhältst du Absagen.

Oftmals bekommst Du erst nach mehreren Rückfragen deinerseits eine Antwort auf deine Bewerbung für die ausgeschriebene Stelle.

Hier das schöne an dem ganzen: Dies ist eine Erfahrung, die Dir dabei hilft, deine Resilienz gegenüber allen Arten von Krisen zu stärken.

Je öfter eine Absage herein kommt, je mehr wirst du an die Sache gewohnt und lässt es dich nicht mehr emotional berühren.

Du lernst nicht aufzugeben.

Du lernst aus jeder Absage und machst deine nächste Bewerbung noch besser als die letzte davor, oder gibst beim nächsten Vorstellungsgespräch bessere Antworten als beim letzten Mal.

Diese Widerstandsfähigkeit ist mächtiger als Du glaubst. So mächtig, dass du sie auf jeden anderen Lebensbereich übertragen kannst.

Resilienz liebt Chaos

Wie Nassim Taleb es in seinem Buch “Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen” beschreibt, liebt Resilienz das Chaos, und Chaos liebt die Resilienz.

Resilienz kann nur entstehen und sich festigen, wenn eine Krise eintritt die dich nicht zerbricht.

Es gibt nämlich drei Arten von Krisen:

  • Die leichte Krise: Meistens ein einfacher Fehler, vielleicht lernst du diesen nicht wieder zu begehen, aber das wars auch schon. Das Level auf dem du profitierst ist in diesem Fall dementsprechend gering.
  • Die schwere Krise: Ein schwereres Problem, welches dich nachdem du dich davon erholst dauerhaft zum besseren ändert.
  • Die überfordernde Krise: Wie der Name es schon sagt, das ist eine Krise die nicht zu bewältigen ist, an der du eventuell zerbrichst.

Je nachdem, wie wichtig der Job für den du dich beworben hast ist, und je nachdem zu welcher Stufe es geschieht, ist eine Absage für dich entweder eine leichte oder schwere Krise.

Wenn du eine Absage bekommst, ist es leider nicht vorhersehbar, zu welchem Zeitpunkt im Bewerbungsprozess diese kommt. Das hat aber auch den Vorteil, dass es den ganzen Prozess zum Chaos formt. Deswegen ist Arbeitslosigkeit auch das perfekte Training zur Resilienz.

Unternehmen lieben Resilienz

Dein zukünftiger Arbeitgeber wird deine Resilienz lieben. Ein resilienter Angestellter bringt der Firma viel mehr als jemand der nicht so widerstandsfähig wie du ist, da es bei ihm nicht so dramatisch ist, wenn er einen Fehler macht, ein Projekt nicht so erfolgreich ist wie geplant oder wenn eine Fehlentscheidung auf einer Unternehmensebene passiert.

Der resiliente Arbeiter erholt sich davon.

Der dem die Resilienz fehlt, der nicht.

Resilienz abseits der Jobsuche aneignen

Abseits der Arbeitssuche erweist es sich als äußerst effektiv, zu meditieren. Meditieren “verkabelt” die Synapsen in deinem Gehirn neu, wodurch du im Laufe der Zeit prinzipiell weitaus widerstandsfähiger wirst.

Die US Armee verwendet seit den frühen 2000er Jahren Achtsamkeitsmeditation, wie auch Transzendentale Meditation als ihr hauptsächliches Resilienztraining für Soldaten die aus Afghanistan oder Irak zurückkehren, um die Folgen der meistens daraus resultierenden Posttraumatischen Belastungsstörung zu beseitigen.

Vor ein paar Wochen habe ich auch eine detaillierte Anleitung darüber veröffentlicht, wie man richtig in Achtsamkeit meditiert, und warum man es während der Arbeitslosigkeit machen sollte.

Quigong und Yoga sind weitere tolle Möglichkeiten, die geistige Widerstandsfähigkeit auf die Dauer zu erhöhen.

Wie Meditation die Resilienz steigert

Meditation hat im Gehirn eine starke Einwirkung auf den Anterior Gyrus Cinguli, der Teil des Gehirns hinter dem Frontallappen, der für die Selbstbeherrschung zuständig ist. Selbstbeherrschung heißt, dass er dafür zuständig ist, Konzentration, Aufmerksamkeit und Reflexreaktionen zu steuern.

Durch Meditation trainierst du den AGC und verbesserst im Laufe der Zeit die Nervenverbindungen des AGC zu den anderen Hirnbereichen. Der AGC ist durch Meditation ständig aktiver als bei Menschen die nicht meditieren.

Weiters wirkt Meditation auch sehr stark auf deinen Hippocampus ein. Der Hippocampus, der im linken und rechten Schläfenbereich liegt, ist extrem wichtig für das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, und vor allem für Emotionen.

Studien zeigen dass meditieren die Anzahl der Grauen Zellen, die Masse innerhalb des Hippocampus, erhöht.

Stress und zahlreiche andere Faktoren des modernen Lebensstils reduzieren diese auf die Dauer, wodurch das meditative erhalten und steigern der grauen Zellen zum dem Verlust deiner eigenen kognitiven Fähigkeiten vorbeugt. Dadurch schließt sich der Kreis, du wirst Probleme weitaus besser meistern können, während du dich vor zukünftigen Problemen schützt.

Mein persönlicher Bezug zur Resilienz

Die Widerstandsfähigkeit, nach jeder Krise wieder aufzustehen, musste ich mir selbst beibringen.

Von meiner ursprünglichen Persönlichkeit in der Jugend gesehen, war ich nie jemand von dem man erwarten würde, dass er sich aus jeder Krise herauszieht, daraus lernt und stets besser wird. Deswegen war die Langzeitarbeitslosigkeit wie der Sprung ins kalte Wasser. Vom weinerlichen Pessimisten wurde ich zu jemand der lernte, trotz Krisen weiterzumachen, jede Absage als Chance zu nutzen, daraus zu lernen und es bei der nächsten Bewerbung besser zu machen.

Im Laufe der Zeit begann ich auch zu verstehen, wie ich diese Fähigkeit in andere Lebensbereiche übertrage. So habe ich es auch geschafft, meine Ernährungsumstellung erfolgreich durchzuführen, sozialer zu werden, schlechte Gewohnheiten abzulegen und neue anzueignen.

Bist du eine von Natur aus resiliente Persönlichkeit?

Während es nicht zu bestreiten ist dass sich jeder Resilienz antrainieren kann, haben manche Menschen schon von Kleinauf Charakterzüge, durch die sie einfacher verinnerlichen können resilient zu sein, als andere Menschen.

Wenn du die folgenden Eigenschaften in dir siehst kannst du davon ausgehen, dass du es einfacher als andere Menschen hast, resilient zu werden.

Du bist

  • Kreativ
  • Lernfähig
  • Leidensfähig
  • Gut in der Selbsteinschätzung
  • Gut in der Selbsterkenntnis
  • Freundschaftsfähig

Wie geht es dir in der Arbeitslosigkeit mit der Resilienz?

Bist du ein resilienter Mensch?

Hat dir deine Arbeitslosigkeit beigebracht, mit Krisen besser umzugehen?

Lass mich deine Meinung zum heutigen Thema in den Kommentaren unterhalb des Artikels wissen!

-Daniel

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About the Author:

Zwischen 2008 - 2015 gesamt drei Jahre arbeitslos gewesen. Zweifacher Auslandsösterreicher, arbeite momentan für Apple. 69 KG abgenommen, erweitere autodidaktisch ständig mein Wissen. Folge mir auf facebook: http://www.facebook.com/wewillworkat oder auf twitter: http://www.twitter.com/dmulec

6 Kommentare

  1. whatelsen 22. Januar 2016 um 7:11 Uhr - Antworten

    Finde den Beitrag als Motivator spannend. Ich bemerke in der täglichen Arbeit, dass Absagen immer ein wenig wie ein Schlag in die Magengrube funktionieren – besonders dann, wenn ich sie einem Kandidaten persönlich ausrichten muss. Die Quintessenz bei Absagen ist relativ einfach: Schlechte Nachrichten bleiben schlechte Nachrichten, egal wie sie verpackt werden und egal wer sie übermittelt – und wir sind leider nicht so immun gegen schlechte Nachrichten, wie wir uns das wünschen, was bei einer Fülle von Negativerlebnissen (und schlechte Nachrichten und Absagen sind Negativerlebnisse, die allzu oft an unserem Selbstwert rütteln) zu einer Desillusion führen kann. Daher finde ich nicht, dass Langzeitarbeitslosigkeit zu einer stärkeren Resilienz führen muss oder automatisch führt. Wie gesagt: Ein guter Motivator, denn durch einen Perspektivenwechsel, nach dem Motto: „Was mich nicht umbringt macht mich stärler“ und mit dem richtigen Umfeld ist dies durchaus möglich.

    • Daniel Mulec 23. Januar 2016 um 0:10 Uhr - Antworten

      Da gebe ich dir völlig recht, whatelsen.

      (Langzeit)arbeitslosigkeit muss nicht zu einer stärkeren Resilienz führen, hat aber das Potenzial dazu, da man häufig Rückschläge erfährt. Das ist aber nur durch den Perspektivenwechsel möglich.

      Manche Menschen die ich in AMS-Kursen kennengelernt habe stecken seit über 10 Jahren im selben Trott fest, haben es nicht ihren Blickwinkel zu ändern und eine Resilienz aufzubauen.

      Andere Kursteilnehmer wiederum gingen aus der Arbeitslosigkeit stärker hervor und haben wie ich ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt.

      Natürlich hast Du auch dazu recht, dass eine schlechte Nachricht immer eine schlechte Nachricht ist. Aufgrund Meditation und Sport bin ich nicht mehr so reaktiv darauf wie früher, aber ich werde auch immer davon getroffen, wenn mir eine schlechte Nachricht mitgeteilt wird.

      Die letzten Jahre haben mir aber auch gezeigt, dass die Reaktion darauf immer nur temporär sein darf, denn man kann sich prinzipiell von jedem Rückschlag erholen, was die Resilienz ausmacht.

      Liebe Grüße aus Cork und danke nochmal für Dein Kommentar :)!
      Daniel

  2. […] Kampfsportler ist Nick Hein die personifizierte Resilienz, aus seinem Denkansatz kannst Du extrem viel lernen, dass Du auf den Umgang mit der […]

  3. […] sehr man sich auch durch all diese Situationen Resilienz aneignet, fällt man früher oder später trotzdem in ein tiefes Loch. Das ist völlig […]

  4. […] Du über Monate hinweg nur absagen, nagt es an Deinem Selbstwert. Du beginnst Dich zu wundern, ist es der richtige Weg, den Du […]

  5. […] denken trägt automatisch zu einer höheren Resilienz bei. Mit Deinem einzigartigen Gedankengut, hast Du bei jedem Rückschlag eine Sichtweise auf die […]

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