Eine Bauanleitung für Gewohnheitsbastler

  • Veränderung

Falls dies nicht der erste Artikel ist, den du auf WeWillWork erwischt, weißt du dass mit diesem Blog mein großes Ziel ist, dich dazu zu führen deine Zeit während der Arbeitslosigkeit (in den Zeiten wenn du keine Bewerbungen schreibst) dazu zu nutzen, das beste aus dir zu machen.

Denn während der Arbeitslosigkeit sich um die psychische Gesundheit zu kümmern ist neben dem Hauptziel, einen neuen Job zu finden, das absolut wichtigste.

Man kann die Zeit nicht nur dazu nutzen, aus der Arbeitslosendepression herauszubleiben, sondern generell um das beste aus sich zu machen.

Um die beste Person zu werden, die man möglicherweise sein kann, ist es wichtig sich sich neue Gewohnheiten anzueignen, unnütze Gewohnheiten abzulegen und andere Gewohnheiten zu ändern.

Im heutigen Artikel reden wir darüber, wie man genau das macht.

Gewohnheiten zu ändern braucht Willenskraft

Die wichtigste Grundlage die man verstehen muss, wenn man etwas in seinem Leben ändern will ist, dass es Willenskraft benötigt. Willenskraft ist etwas, was jeder von uns hat. Wenn du zu einem Stück Kuchen „Nein, Danke“ sagst, oder wenn du gegen deiner Intuition 5 KM läufst, wendest du Willenskraft auf.
Hier sind wir auch beim Hauptproblem des ganzen: Willenskraft funktioniert wie ein Muskel, was bedeutet dass Sie auch früher oder später einmal erschlaffen kann. Das ist auch der Grund, warum so viele Leute leider in ihren Vorhaben fehlschlagen.

Jetzt kommt das schöne aber, aber, da Willenskraft wie ein Muskel funktioniert, kannst du Willenskraft auch trainieren, und darin liegt der Schlüssel im Formen der Gewohnheiten.

Erkenne deine Motivation

Willenskraft ist teilweise auch motivationsabhängig. Wie lässt du dich motivieren?

Gretchen Rubin, Autorin von „Erfinde Dich Neu“ fasst die Arten, wie der Mensch sich motivieren lässt in vier verschiedene Typen zusammen.

  • Der Hinterfrager: Du hinterfragst alle Erwartungen die an dich von außen, wie auch von dir selbst gestellt werden. Du erfüllst nur die Erwartungen, die du selbst als Gerechtfertigt siehst, ergo erfüllst du nur deine eigenen Erwartungen.
  • Der Erhalter: Du wirst von inneren und äußeren Erwartungen getrieben, du bist jemand der versucht es immer alles und jedem recht zu machen.
  • Der Rebel: Du pfeifst auf jegliche Erwartungen, egal ob von außenstehenden Personen oder deine eigenen.
  • Der Verpflichtete: Du wirst von äußeren Erwartungen getrieben, du willst es immer allen anderen Recht machen, jedoch deinen eigenen Ansprüchen wirst du nicht gerecht.

Auf Gretchen Rubins Webseite kannst du einen Fragebogen (Englisch) ausfüllen, mit dem du innerhalb weniger Minuten herausfinden kannst, zu welchem Typus du gehörst.

Wie man Willenskraft trainiert

Wie etwas weiter oben im Text erklärt, funktioniert Willenskraft wie ein Muskel. Während sie deswegen den Nachteil mit sich bringt, dass sie erschlaffen kann, hat es aber auch den großen Vorteil, dass sie stärker werden kann.

Wie beim Training eines Muskels, muss man auch beim Training der Willenskraft es mit der wiederholten Durchführung einer Aktivität machen.

Hier beginnt sich das Unterfangen aber auch zu unterscheiden, denn hier ist der Scheidepunkt, an dem 99% aller Versuche, Gewohnheiten zu manipulieren zum Scheitern verurteilt sind.

Willenskraft trainiert man korrekt, indem man Dinge, die man zu Gewohnheiten formen will automatisiert, was bedeutet dass man wenn man an einem gewissen Punkt angelangt ist, diese Sachen erledigt ohne das Gehirn einschalten zu müssen.

Deswegen braucht es vor allem eines: Zeit.

Willlenskraft trainieren und neue Gewohnheiten formen funktioniert nur in kleinen Schritten. Aber wenn wir uns ehrlich sind, wenn du über 20 Jahre mit einer schlechten Gewohnheit gelebt hast, was sind 1 – 2 Jahre um diese Gewohnheit mit etwas in deinen Augen positivem zu ersetzen?

Je größer die Gewohnheit ist die du formen willst, in desto kleinere und vor allem Ziele musst du sie spalten. Willst du dir das Lesen eines Buchs als tägliche Gewohnheit formen, starte damit, jeden Tag ein einzelnes Wort zu lesen.

Wenn du z.B. meditieren zur neuen Gewohnheit formen willst, beginne sehr einfach, indem du eine sehr kurze tägliche Zeitspanne nimmst. In diesem Fall wären jeden Tag zwei Minuten mit der Calm.com App ein idealer start.

Dein kleines tägliches Ziel befolgst du konsequent so lange, bis du merkst „Ok, diese Gewohnheit greife ich mittlerweile jeden Tag ohne nachzudenken auf„. Jetzt bist du an dem Zeitpunkt angelangt wo der Vorgang so weit automatisiert ist, dass es keine Willensstärke mehr von dir benötigt.

Gratulation! Nun kannst du das Pensum erhöhen, oder den nächsten Schritt auf dem Weg zum großen Ziel durchführen.

Die Willenskraft, die du dir durch das automatisieren von Gewohnheiten sparst, ist wertvolle mentale Energie, die dir dann für andere Alltagssituationen zur Verfügung steht. Auf diese Weise gibt es nichts dass man sich nicht angewöhnen kann.

Halte dich verantwortlich

Neben deiner Psyche, ist der Notizblock die stärkste Waffe im Aufbau von Gewohnheiten. Verfolge deinen Fortschritt, indem du sobald du deine Gewohnheit für den Tag abgeschlossen hast, es irgendwo einträgst. Zum Beispiel auf einem Blatt Papier in einem handfesten Block abhakst, oder natürlich digital mit deinem Smartphone in Evernote, Google Docs oder einer anderen App deiner Wahl.

Den Fortschritt schriftlich festzuhalten hilft auch damit, dass du Eigendynamik zu entwickeln beginnst. Je mehr sich deine Statistik füllt, desto motivierter wirst du von dem, was du schon erreicht hast, und erkennst dass du noch viel mehr erreichen wirst.

Daniel, ich habe gestern auf meine Gewohnheit vergessen! Was jetzt?

Kein Stress, dann mache heute so schnell wie möglich so weiter, als hättest du gestern auch die Aktivität durchgeführt. Einen Tag lang auf etwas vergessen ist kein Problem, das löst eine Gewohnheit in der Bildung nicht so leicht auf. Zwei Tage hintereinander sind aber eine andere Liga. Wenn man etwas zwei Tage lang vergisst springt man schneller vom Ziel der Gewohnheitsformung ab als es einem Lieb ist.

Wenn es tatsächlich einmal der Fall sein sollte, dass du wegen einer unerwarteten Änderung deines Lebensstils (zum Beispiel wenn du auf Reisen bist) mehr als einen Tag eine der Gewohnheiten, die du aufbaust, nicht ausüben kannst, gib auf keinem Fall auf.

Es ist unbestreitbar, dass sich  wieder auf das Pferd zu schwingen Willenskraft benötigt, aber dadurch dass du es bereits einmal geschafft hast, wirst du auf alle Fälle die Gewohnheit weiterführen können.

Zeitaufwand

Wie lange es wirklich dauert, bis eine Gewohnheit zu einer automatisierten Routine wurde, dazu sind die Daten von Studien noch zu inkonsistent. Jeder Mensch ist anders, so mancher hat seine Gewohnheit 21 Tagen geändert, ein anderer in 90 Tagen. Für mich war es je nach aufwand verschieden.

Als ich 2012 wegen den Darmproblemen zur Paleoernährung umstieg, hatte es ca. 90 Tage gedauert, bis ich daran gewohnt war, keine industriell verarbeiteten Nahrungsmittel mehr zu mir zu nehmen. Im späteren Verlauf der Gewohnheitsänderungen, die Nutzung der App MyFitnessPal zur Gewohnheit zu machen hatte nur 30 Tage gedauert, Mediation wurde erst nach 60 Tagen für mich zur Gewohnheit.

Gewohnheiten die ich mir im Laufe der letzten Jahre entweder an geeignet oder abgelegt habe:

  • Rauchen aufgehört
  • Tägliches Bücher lesen
  • Tägliches Meditieren
  • Laufen
  • Krafttraining
  • Ständige Fortbildung
  • Schreiben

Hast du dir schon mal etwas an- oder abgewöhnt? Hast du bereits einen systematischen Ansatz dazu? Lass es mich in den Kommentaren zum heutigen Artikel wissen!

-Daniel

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About the Author:

Zwischen 2008 - 2015 gesamt drei Jahre arbeitslos gewesen. Zweifacher Auslandsösterreicher, arbeite momentan für Apple. 69 KG abgenommen, erweitere autodidaktisch ständig mein Wissen. Folge mir auf facebook: http://www.facebook.com/wewillworkat oder auf twitter: http://www.twitter.com/dmulec

4 Kommentare

  1. […] als jemand der in der Schule immer als eher Dumm gegolten hat, legt er auch sehr viel Wert auf die Gewohnheiten, Fitness und persönliche Bildung der […]

  2. […] Gewohnheiten, die Dich mutiger machen, sind wahrscheinlich die effektivste Möglichkeit, um den Satz „Kannst Du mir helfen?“ leichter über die Lippen gleiten zu lassen. […]

  3. […] Ihre Gewohnheiten […]

  4. Trete JETZT der WeWillWork Guerilla bei! 22. Dezember 2016 um 15:20 Uhr - Antworten

    […] Sie möchten sich stets selbst verbessern […]

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