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Du willst also meinen Job? #9 – Online Redakteurin, mit Yasmin Neese

Wow, wir sind nun schon fast im zweistelligen Bereich der Interviewreihe angelangt!

In der heutigen Ausgabe habe ich die Ehre, euch die wunderbare Yasmin Neese vorzustellen. Yasmin ist hauptberuflich eine Online Redakteurin, und bloggt in der Freizeit auf „Die Rabenmutti“ (aber keine Sorge, sie ist keine Rabenmutti 😉 ).

Na dann, begrüßt mit mir Yasmin!

Welchen Job hast Du?

Mein offizieller Jobtitel ist Online Redakteurin, aber da ich in einer Agentur arbeite ist mein Aufgabengebiet vielfältiger als das. Ich würde es als eine Mischung aus Social Media-, Community-Managerin und Online Redakteurin bezeichnen.

Wie lange bist Du in diesem Berufsbild?

Uff, das kann ich gar nicht so klar sagen. Schon in meinem Studium war ich in der Online-Redaktion tätig, habe dann zusammen mit einer Komilitonin an einem Kundenprojekt gearbeitet, bei welchem auch die Bereiche Online Redaktion, Social Media Marketing und SEO eingeflossen sind. Wenn man es ab dem Zeitpunkt wertet, an dem ich schon aktiv damit gearbeitet habe, müssten es nun knapp 6 Jahre sein.

Wenn Du etwas anderes zuvor gemacht hast, warum hast Du davon in den jetzigen Job gewechselt?

Tatsächlich habe ich nach dem ABI ein FSJ als Altenpflegerin begonnen und schon nach einem Monat das Handtuch geworfen. Der soziale Sektor war nichts für mich, da es sich angefühlt hat, wie eine Massenabfertigung kranker, alter Menschen. Das hatte ich emotional nicht gut verarbeiten können, also wollte ich mein Hobby – das Schreiben – zum Beruf machen.

Hast Du in verschiedenen Firmen gearbeitet?

Na und ob, immerhin bin ich Generation Y 😉

Warum hast Du Dich als Journalistin für eine Marketing Agentur entschieden?

Ich sehe mich gar nicht so sehr als Journalistin, auch, wenn ich Journalismus studiert habe. Das Schreiben macht viel Spaß, aber reine Texte recherchieren wäre mir zu langweilig geworden. Ich brauche die Kommunikation und Interaktion.

Die bekomme ich durch meine Aufgaben in den Bereichen Social Media und Community Management.

Außerdem habe ich in der Agentur die Möglichkeit eigenverantwortlich Kunden zu betreuen, das macht mir sehr viel Spaß! Mir wird viel zugetraut, sodass ich mich frei ausleben kann. Das hat schon was 🙂

Wie viel musst Du dafür reisen?

So gut wie gar nicht. Hin und wieder eine Messe, das war´s. Regelmäßiges Reisen ist für mich auch völlig ausgeschlossen, da ich eine kleine Tochter habe.

Woran hast Du in deinem Beruf gearbeitet, worauf Du stolz bist?

Uff, an vielen Projekten… Mein erstes “Baby” war die “Rasenspecht”-Webseite. Auch heute noch bin ich extrem stolz darauf. Aktuell bin ich aber auch sehr stolz auf meine “E-Bike-on-Tour”-Webseite, die im Rahmen mit einem Kundenprojekt entstanden ist.

Ich erstelle die Inhalte, betreue die Facebook-Seite und versuche Kooperationen an Land zu ziehen.

Der Blog kommt sehr gut an und hat schon in den Anfängen gute Zugriffe. Ich freue mich wirklich sehr, dass ich zudem schon einige Blogger dafür begeistern konnte, von ihren E-Bike Reisen zu erzählen.

Darunter sind richtige Persönlichkeiten, die in der Szene bekannt sind. Wenn solche Korifeen Zeit für mich haben, wird mir einfach warm ums Herz. Außerdem sind ihre Geschichten und Erlebnisse wirklich sehr spannend.

Wie sieht dein Arbeitstag aus?

Jeder Tag ist anders. Morgens arbeite ich meistens meine “Daily Doings” ab. Also Aufgaben, die sich jeden Tag wiederholen. Davon habe ich recht viele, da ich mittlerweile vier große Projekte verantworte.

Sei es der Facebook-Business-Manager, das Falcon-Tool, oder Hootsuite – ich arbeite viel mit Tools, um die Social Media Auftritte, die ich betreue, zu bespielen und zu stärken.

Da gehören auch Facebook Ads mit dazu.

Wenn ich dann noch Zeit habe, setze ich ein paar Tweets ab, lümmele mich in FB-Gruppen und versuche Beziehungen zu Influencern aufzubauen.

Nach dem Mittagessen widme ich mich dann meistens der Erstellung von Blogbeiträge, es sei denn, ein Kundenprojekt muss abgeschlossen werden.

Wir betreuen aktuell ein sehr großes Medienhaus aus Köln und erhalten immer neue Aufgabenpakete, die abgearbeitet werden müssen. Das kann auch schonmal stressig werden und ich sitze üer 10 Stunden im Büro und bastele Webseiten in Contens.

An solchen Tagen sehe ich meine Maus dann nur wenige Minuten.

Aber zu sehen, was man in der Zeit erreicht hat, macht auch stolz und glücklich. Da können gelegentliche Überstunden das Glück nicht so sehr schmähen 🙂

Wenn jemand in dein Berufsbild wechseln möchte, welche Fähigkeiten sollte die Person mitbringen?

Geduld, eine sympathische Schreibe, Offenherzigkeit und Geduld.

Mit manchen Kunden muss man nämlich echt geduldig sein 😉

Ansonsten würde ich sagen, dass man einfach Spaß daran haben sollte zu Schreiben.

Ich persönlich finde, man merkt es einem Text/Blog an, wenn er nicht aus dem Herzen kommt. Ich habe weder den Anspruch, immer die richtigen Worte zu treffen, noch fehlerfrei zu sein – aber aus dem Herzen muss es kommen. Es soll ehrlich sein, und der Text soll Spaß am Leben bereiten.

Außerdem sollte er natürlich keine Angst vor dem Neuland Internet haben 😉

Generell sollte man sich nicht vor der Technik verschließen und Basic-Wissen zu HTML und SEO mitbringen. Wer mit Social Media nichts anfangen kann, ist in meinem Bereich definitiv falsch!

Man merkt einfach, wer die sozialen Medien lebt und liebt und wer einfach nur nach Anweisungen Texte ins Netz stellt.

Eine Kleinigkeit fehlt vielleicht noch: Man braucht ein echt dickes Fell. Die Medienbranche ist ziemlich herb drauf und es dauert seine Zeit, bis man wirklich ankommt.

Außerdem ist die Fluktuationsrate gerade in Agenturen hoch.

Da wird nach Auftragslage eingestellt und eben auch gekündigt. Wer einen wirklich sicheren Arbeitsplatz sucht, sollte sich in einem anderen Feld umsehen.

Da ich meinen gut verdienenden Ehemann habe, gönne ich mir den “Luxus” in einer Agentur zu arbeiten, da ich im Kündigungsfall halbwegs gut abgesichert bin und in Ruhe einen neuen Job suchen kann.

Wenn man mal in einer Agentur einen langen Tag hat, kann man die Überstunden z.B. am Tag darauf früher nachhause gehen?

Bei uns kann man einen Freizeitausgleich in Anspruch nehmen – ja.

Generell habe ich auch eine Art Gleitzeit, weil ich zwecks unserer Tochter hin und wieder eben früher heim muss. Bisher war das nie ein Problem. Aber ich weiß, dass das die Ausnahme ist.

Normal sind Agenturen alles andere, als elternfreundlich. Ich denke, meine Agentur bietet so viele Benefits (Teilzeit, Gleitzeit, Home Office, div. Zuschüsse) für Mütter, weil die Chefin selbst Mutter ist.

Sowas sollte man vorab aber absprechen und ggf. Auch vertraglich fest machen. Ich habe von vielen Kollegen gehört, dass versprochenes Entgegenkommen oft nicht umgesetzt worden sei…

Gibt es irgendwas worauf der Interessierte bei der Wahl deines Berufsbilds achten sollte?

Man muss immer up-to-date bleiben. Was heute gilt, kann morgen schon ganz anders sein. Das heißt, dass man sich regelmäßig fortbilden muss, auch außerhalb der Arbeitszeit. Damit macht man nie so richtig Feierabend und hat die Arbeit immer im Hinterkopf. Das kann lästig sein.

Da ich aber ohnehin blogge und die Tipps auch privat brauche, ist das ok für mich.

Wird dafür ein gewisser Bildungsstandard vorausgesetzt, oder hat auch ein Quereinsteiger Chance in diesem Berufsbild?

Eine gute Frage.

Ich musste damals zwingend ein Studium nachweisen,um eingestellt zu werden.

Dabei fing ich als Praktikantin an, wurde zur Volontärin befördert und habe es dann schließlich zur Angestellten geschafft.

Das war ein langwieriger, nerviger Prozess – alles im Zeichen der Kostensenkung.

Ob Quereinsteiger eine Chance haben, kann ich nicht beurteilen. Oft werden eben Menschen gesucht, die ein Studium in dem Bereich vorweisen können. Selten wird anderen eine Chance gegeben.

In unserer Agentur haben wir aber einen Quereinsteiger dabei, allerdings mehr im Feld Forschung. Er hatte eine Fortbildung zum Social Media Manager (oder sowas Ähnliches?) gemacht – ich verrate es gleich: Sowas lohnt sich nicht.

Tatsächlich helfen praktische Erfahrungen in dem Feld mehr, als Zertifikate. So zumindest mein Eindruck.

Ich würde also dazu raten, vielleicht ein Spät-Studium zu beginnen, um notwendige Qualifikationen zu erreichen.

Warum hast du dich für dieses Berufsbild entschieden?

Weil ich es kennen und lieben gelernt habe 🙂

Was magst du an deinem Job am liebsten?

Kommunikation mit den Lesern und die Möglichkeit vieles selber gestalten zu können. Es macht ungeheuer Spaß, einfach das zu tun, worauf man Lust hat.

Was war das Außergewöhnlichste, was du in deinem Job erlebt hast?

Hm, gute Frage. Darauf finde ich gar keine pauschale Antwort. Ich glaube, außergewöhnlich war bisher gar nichts. Spannend, spaßig, langweilig, aufregend – aber außergewöhnlich passt da nicht rein.

Der Job ist definitiv abwechslungsreich.

Werden Dir für den Content tägliche Mindestvorraussetzungen gestellt?

Nein. Ich darf das völlig selbstständig entscheiden. Ich achte lediglich darauf, dass ich bei Blogbeiträgen mindestens 250 Wörter schreibe, damit Google genug zum Indexieren hat.

Inhalte sowie Form sind mir meistens freigestellt. Es sei denn, ich schreibe Fachbeiträge, dann bekomme ich einen roten Faden, um alle wichtigen Punkte abzuklappern.

Wenn ein Thema was Deine Firma angeht Neuland für Dich ist, wie sieht der Rechercheprozess aus?

Erst einmal wild jede Menge Webseiten danach abchecken und einen Überblick verschaffen. Wenn das Budget gegeben ist, einen Experten dazu befragen. Ansonsten hänge ich in vielen Facebook Gruppen herum, und versuche anhand von Diskussionen dazu zu lernen.

Natürlich kann man nicht in wenigen Tagen den Wissensstand erreichen, den Andere nach Jahren haben und man lernt dann einfach während der Projekte dazu,

Wenn Du mal viel Streß hast, wie wirkst Du dem entgegen? Sport, Meditation, anderweitig?

Uff. Früher mit Sport. Das ist aber einfach nicht mehr so möglich.

Ansonsten aber durch den Haushalt. Tatsächlich entspannt mich putzen ungemein…

Auf der Arbeit schreibe ich mir eine To-Do, ordne nach Priorität und mit jedem abgehakten Punkt ebbt der Stress auch wieder ab.

Ich danke Dir für Deine Zeit Yasmin!

Hast Du noch weitere Fragen an sie?

Wirst Du Dich am Job des Online Redakteurs versuchen?

Hinterlasse Deine Fragen und Feedback hier in den Kommentaren, oder teile Yasmin auf ihrem Blog mit, dass Du das Interview auf WeWillWork gelesen hast!

-Daniel

PS: Ich suche ständig neue Interviewpartner für „Du willst also meinen Job?„! Kennst Du jemand, der seinen Job liebt und darüber mit mir sprechen will, zeig ihm den Blog und kontaktiere mich über das Kontaktformular!

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Foto credit: result GmbH

About the Author:

Zwischen 2008 - 2015 gesamt drei Jahre arbeitslos gewesen. Zweifacher Auslandsösterreicher, arbeite momentan für Apple. 69 KG abgenommen, erweitere autodidaktisch ständig mein Wissen. Folge mir auf facebook: http://www.facebook.com/wewillworkat oder auf twitter: http://www.twitter.com/dmulec

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